17 Fragen an Bürgermeister-Kandidat Martin Schmid

Neubeuern – In Neubeuern wird am 24. November vorgezogen ein neuer Bürgermeister gewählt. Drei Kandidaten werfen bisher ihren Hut in den Ring. Wir stellen sie einzeln vor. Hier der Steckbrief von Martin Schmid (Beurer Bürgernähe).

Martin Schmid Bürgermeistrkandidat
Foto:Petra Reischl-Zehetbauer

1. Name: Schmid Martin

2. Partei: Parteifreie unabhängige Neubeurer Wählergemeinschaft „Beurer Bürgernähe“

3. Alter: 58 Jahre 

4. Wohnort: Neubeuern am Inn 

5. Familienstand: verheiratet

6. Kinder: zwei erwachsende Söhne

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

Gemeinderat: Bauausschuss, Haupt- und Finanzausschuss, Stellvertreter im Kultur-, Gewerbe- und Tourismusausschuss, Stellvertreter im Energie- und Umweltausschuss Zweiter Bürgermeister

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Dr. Wilhelm Hoegner, als „Vater der bayerischen Verfassung“. Besonders schätze ich den von ihm geschaffenen sogenannten Schwammerlparagraph , Artikel 141, nach dem in Bayern jedem Bürger der freie Zugang zur Natur garantiert wird.

9. Was verbindet Sie mit der Region und Neubeuern? Was ist das Besondere bei uns?

Ich bin im Landkreis geboren und aufgewachsen und seit 32 Jahren in Neubeuern zu Hause. Hier habe ich meine Familie und meine Freunde Besonders ist in Neubeuern der historische Marktplatz mit seinen Gaststätten und das kulturelle Engagement der Neubeurer Bürger. Außerdem sind alle Ortseingänge natürlich belassen ohne Bausünden, ohne Tankstellen, Supermärkte oder Werbefahnen.

10. Warum Kommunalpolitik?

Kommunale Ereignisse in Neubeuern haben mich dazu bewogen, die Gemeindepolitik mit zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Die Marktgemeinde nachhaltig weiter zu entwickeln ist kein bürokratischer Verwaltungsakt, sondern eine bürgernahe Zielvorgabe, in der zukünftige Projekte gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet und umgesetzt werden müssen.

11. Warum sind genau Sie der Richtige Bürgermeister?

Durch meine langjährige berufliche Erfahrung in der freien Wirtschaft sowie in der kommunalen Verwaltung (Bauamt), denn für einen Bürgermeister ist es sehr wichtig, beide Seiten zu kennen. Zudem konnte ich in den letzten fünf Jahren als Gemeinderat und zweiter Bürgermeister und seit Dezember 2018 als Vertreter des erkrankten ersten Bürgermeisters in die Kommunalpolitik hinein wachsen. Als Bürgermeisterkandidat der „Beurer Bürgernähe“ sind für mich im Gemeinderat sachliche Argumentationen und konstruktive Diskussionen über die Fraktionen hinweg sehr wichtig. Meine bisherigen Tätigkeiten erfordern die zeitnahe Umsetzung in die Praxis und die termingerechte Erfüllung der Aufgaben. Als Neubeurer Bürger kenne ich die Entwicklung der Marktgemeinde und weiss, was den Bürgern am Herzen liegt. Mit 58 Jahren habe ich den Vorzug, dass ich in meinen Entscheidungen frei vom Druck über meine zukünftige persönliche Weiterentwicklung agieren kann.

12. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Neubeuern und das bayrische Inntal vor dem sinnlosen Prestige-Projekt „Brenner Nordzulauf“ zu schützen. Den Schwerlastverkehr der mautsparenden Ausweichstrecke durch Neubeuern zu beschränken. Konsolidierung der Gemeindefinanzen: Begonnene Projekte abschließen und dabei auf eine strikte Kostendisziplin achten, insbesondere bei der Ertüchtigung der Kläranlage. Die langfristigen Schulden aus alten Darlehensverträgen tilgen. Finanzmittel für die notwendigen Sanierungs- und Unterhaltsmaßnahmen haben Priorität. Neue Projekte dürfen nur begonnen werden wenn Rücklagen dafür gebildet sind.

13. Was wollen Sie für die Menschen in Neubeuern erreichen?

In Neubeuern zu Hause zu sein mit seiner traumhaften Umgebung – um das beneiden uns viele und so soll es bleiben. Die Gründung und die Vision der „Beurer Bürgernähe“ stand für eine ortspolitische Wende. Das ist ein Weg, den ich gerne weiter gehen möchte: so fraktionslos und wirklich unabhängig wie möglich, nur auf die Anliegen im Ort konzentriert und absolut bürgernah. Nicht über die Köpfe der Bürger hinweg, sondern miteinander. Ich sehe keine Notwendigkeit für einen „Umbruch“. Den behaupteten „Parteienstreit“ gab und gibt es nicht. Wenn alle ein demokratisches Wahlergebnis akzeptiert hätten, kompromissbereit sind und die Eidestreue halten, dann läuft die Gemeindearbeit, wie es sein soll, zum Wohle der Bürger.

14. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner- Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie? Wie stehen Sie generell zu dem Projekt Brenner-Nordzulauf?

Eine von den Gemeinden Neubeuern, Rohrdorf, Riedering, Stephanskirchen und den Bürgerinitiativen beauftragte Studie beweist eindeutig, die Bestands-Trasse ist ausreichend. Selbst die Bahn beruft sich nur mehr auf politische Vorgaben. Mit einer Petition an den Bundestag wollen wir erreichen, dass die Bahn die Bestandsstrecke in die weiteren Planungen mit einbeziehen muss. Die Petition haben wir beantragt, sie liegt beim Petitionsausschuss des Bundestages zur Prüfung. Unter „www.brennerdialog.de“ kann man sich anmelden, man wird dann umgehend per E-Mail benachrichtigt, sobald die Petition öffentlich zugänglich ist. 

Der nächste Schritt der Bahn ist die Einleitung des Raumordnungsverfahren. Bereits im späten Frühjahr 2020 soll mit dem Raumordnungsverfahren durch die Landesregierung begonnen werden. Die Gemeinden werden dazu als Fachbehörden angehört. Wir werden bereits von einem spezialisierten Anwalt beraten. Im Raumordnungsverfahren können sich alle in irgendeiner Weise betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu Wort melden. Hier haben erstmals alle die Möglichkeit, für den weiteren Planungsverlauf Pflöcke einzuschlagen. 

Als 2. Bürgermeister und Vorstand des „Bürgerforum Inntal e.V.“ habe ich viele Möglichkeiten an Politiker heranzutreten und unsere Interessen darzulegen. Mit vielen Abgeordneten des Deutschen Bundestages stehen wir in Kontakt. Besonders freut mich, dass im Ort beim Thema Brenner-Nordzulauf eine parteiübergreifende Beteiligung erreicht wurde und gemeinsam an einem Strang gezogen wird.

15. Thema Verkehr: Sind Sie mit dem öffentlichen Nahverkehr in Neubeuern zufrieden oder würden Sie etwas verbessern wollen? Wenn ja, wie?

Für junge Neubeurer, die noch keinen Führerschein besitzen bzw. für Senioren, die nicht mehr Auto fahren können, ist die Situation problematisch. Die Taktung des Busverkehrs wird erhöht, muss aber dann noch besser mit den Zugverbindungen in Raubling abgestimmt werden. Ich unterstütze auch die Bestrebungen des Landkreises einen Tarifverbund zu schaffen. Es muss ermöglicht werden mit einen Fahrschein mit Bus und Bahn nach München zu fahren. Zusätzlich zum Seniorentaxi brauchen wir privat organisierte Fahrdienste.

16. Thema Wohnen: Wie kann gerade in Neubeuern bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?

Um für junge Neubeurer bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sind die Fördermittel aus dem neuen Bayerischen Wohnungsbauprogramm abzurufen. Durch individuelle Anpassung der Bebauungspläne sollen Möglichkeiten zum Aus- oder Umbau des Elternhauses geschaffen werden.

17. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann die Marktgemeinde Neubeuern zum Klimaschutz beitragen?

Den Anfang haben wir heuer mit der Errichtung einer Solarstromanlage für das gemeindliche Wasserwerk Neubeuern gemacht. Ein weiterer dringender Punkt ist die Energieeinsparung bei den gemeindlichen Gebäuden. Es besteht die technische Möglichkeit, mehrere kommunale Einrichtungen mit Fernwärme aus einer ökologisch betriebenen Heizanlage in direkter Nachbarschaft zu versorgen. Bei der Aufstellung von neuen Bebauungsplänen müssen ökologische Belange in die Satzung eingearbeitet werden, zum Beispiel öffentliche Flächen als Bienenweiden anlegen.

jb ( Den ganzen Beitrag finden Sie hier: https://www.rosenheim24.de/rosenheim/inntal/neubeuern-ort45221/kommunalwahl-2020-buergermeisterwahl-neubeuern-steckbrief-buergermeisterkandidat-martin-schmid-13231691.html?fbclid=IwAR2b7Ko-IHmtNyWcXXEtu4lLZSMnR1EGvYb0qFfemz4fRmboj3Wyk7gt_Ho )

Martin Schmid kandidiert

Bild: Petra Reischl-Zehentbauer

Seit 32 Jahren lebt Martin Schmid mit seiner Familie in Neubeuern, kennt die Geschichte der Marktgemeinde. 2014 wählten die Neubeurer das Mitglied der „Beurer Bürgernähe“ in den Gemeinderat, er wurde außerdem stellvertretender Bürgermeister. Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Hans Nowak führt er seit Dezember 2018 die Geschäfte der Marktgemeinde.

Zimmermeister, Bauleiter und Betriebswirt

Dabei kommt ihm seine berufliche Erfahrung zugute. Denn als Zimmermeister, Bauleiter im Zementwerk Rohrdorf und 23 Berufsjahren im öffentlichen Dienst in Rosenheim, Brannenburg und Tegernsee, zudem als Betriebswirt, kennt er sich im Bau, der Betriebsführung und der Verwaltung aus. Gerade jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem Wohnungsbaumaßnahmen und öffentliche Gebäudesanierungen das Ortsbild prägen sollen, empfindet Schmid seinen beruflichen Hintergrund als Vorteil.

Der Blick auf bevorstehende Veränderungen im Inntal bewog Schmid vor zwei Jahren, das Bürgerforum Inntal zu gründen und dessen Vorsitz zu übernehmen. Im Verein engagiert er sich gegen die Natur, Landschaft und Tourismus zerstörenden Auswirkungen des Brenner-Nordzulaufs.

Neben der befürchteten Bahntrasse ist auch der Schwerlastverkehr durch Neubeuern ein zu lösendes Problem. Lastwagen auf der Staatsstraße will Schmid einbremsen, ein Nachtfahrverbot und Tempolimit auf der mautsparenden Ausweichstrecke erwirken.

Für die neubeurer Schule, will er versuchen die Schulabschlussmöglichkeiten aufzuwerten. Die räumlichen Vorgaben sind in der Verbundschule vorhanden, zeitaufwendige Wege in Nachbargemeinden können wir den Schülern ersparen. In gewohnter Umgebung kann der Bildungsstandard erhöht und damit der Werdegang unserer jungen Bürger optimiert werden“, erklärt der Bürgermeisterkandidat.

Für eine ausreichende Mobilität von Jugendlichen und Senioren ist es nötig, so Schmid, die Nahverkehrstaktung zu verbessern und einen ehrenamtlich geführten Fahrdienst einzurichten, der zusätzlich zu den öffentlichen Angeboten einen kostengünstigen und sicheren Weg von und in die Gemeinde gewährleistet.

Bebauungspläne individuell anpassen

Außerdem strebt Schmid eine individuell auf die Ansprüche zugeschnittene Änderung der Bebauungspläne an, damit zum Beispiel junge Neubeurer im Elternhaus eine Wohnung mit Fördermitteln finanzieren können.

„Familienfreundlichkeit bedeutet für mich eine generationsübergreifende Aufgabe, die bei einem guten Kinderbetreuungsangebot beginnt, aber auch die engagierte Seniorenarbeit umfasst. Beispielhaft ist die Arbeit des „Christlichen Sozialwerkes“, die es Senioren ermöglicht, lange in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. In der Rauwöhrstraße entsteht ab dem nächsten Jahr eine Seniorenwohnanlage mit 18 Tagesbetreuungsplätzen“, so Schmid.

Die Marktgemeinde hat vor zwei Jahren begonnen, die langfristig vereinbarten Kredite abzubauen. Die Gewerbesteuereinnahmen sind gestiegen. Beschlossene und begonnene Baumaßnahmen werden umgesetzt mit der Vorgabe, einen vernünftigen Kostenrahmen einzuhalten. Neue Projekte dürfen nach Auffassung von Schmid künftig nur begonnen werden, wenn im Haushalt Rücklagen dafür gebildet wurden. „Neubeuern nachhaltig zu entwickeln ist kein bürokratischer Verwaltungsakt, sondern eine bürgernahe Zielvorgabe, in der Projekte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt werden müssen, zum Wohle aller Bürger“, so Schmids Leitmotiv.

Beitrag auf www.ovb-heimatzeitungen.de

Bei Tunnellösungen für Brenner-Nordzulauf ist Vorsicht geboten

Landkreis Rosenheim – Nach der Vorstellung der Grobtrassen-Entwürfe für den Brenner-Nordzulauf bekundeten Politiker aller Ebenen und Parteien, ebenso wie Verantwortliche von Bürgerinitiativen, dass Tunnellösungen gefordert werden. Gern wurde dabei Tirol als Vorbild genannt, wo Tunnellösungen scheinbar eher zu genehmigen sind, als in Bayern. Nun berichtet der ORF über Proteste von Tiroler Gemeinden.
Ganzer Beitrag auf www.rosenheim24.de

Trassenprotest in Neubeuern: Dagegen zu sein, ist nicht genug

Brenner-Nordzulauf: Rechtsanwalt empfiehlt dem Gemeinderat nicht nur Hartnäckigkeit, sondern auch einen solide ausgearbeiteten Alternativ-Vorschlag.

Neubeuern – „Dagegen zu sein ist gut, aber genügt allein nicht. Bei den politischen Entscheidungsträgern ist am ehesten etwas zu erreichen, wenn neben Hartnäckigkeit ein möglichst solide ausgearbeiteter Alternativ-Vorschlag vorhanden ist“. Das war der Rat, den Rechtsanwalt Roland Schmidt dem Neubeurer Gemeinderat in Sachen Brennerprotest zu geben hatte. Eingeladen hatte man ihn zu der Sitzung, zu der gut 150 Neubeurer Bürger als Zuhörer gekommen waren, um zu erkunden, welche Einflussmöglichkeiten sich einer Gemeinde innerhalb eines Raumordnungsverfahrens bieten. Die Durchführung ist ja von Verkehrsminister Scheuer in Aussicht gestellt worden.
Ganzer Beitrag auf: www.ovb-online.de